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Titelbild Kita Zauberhut Frankfurt

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"KITA ZAUBERHUT - Das Fühlen entwickelt sich am besten im Vorschulalter"

(FRANKFURT, 27.01.2009). Am 27. Januar 2009 konnten acht 5-6 jährige Schützlinge des Kita Zauberhut im Frankfurter Behördenzentrum im Gallusviertel das Fühlen für 30 Minuten auf nicht ganz alltägliche Art erleben.

Anfänglich etwas aufgeregt durch die Filmkamera, dann sehr angeregt, ungezwungen und vorbildlich aktiv waren die Kinder, als diese einige Modellskulpturen von Roland Judex sehen und anfassen konnten. Es war ein erster dokumentarischer Versuch des Kommunikationsspezialisten, wie Kinder in diesem Alter Formen erfassen und im Dialog verarbeiten. In diesem Falle mit dem Zusatz, dass diese Formen auf verschiedenen Ebenen speziell und sehr direkt mit Emotionen zu tun hatten.

Kinder lernen besonders gut über die Sensorik und "begreifen" mit Ihren Fingern, Augen, Nasen und Ohren bevor der Zugang zur Sprache oder gar der Vernunft erfolgt. Darüber hinaus ist ein Lerneffekt mit den emotionalen Erfahrungen immer stark verbunden, die ihrerseits im Menschen als Informationsgeber hinzu kommen.

Kinder sind insofern sehr vielen unbekannten Reizen ausgesetzt und sie versuchen alle Einflüsse zu erfassen, zu strukturieren und zu sortieren. Dabei beobachten sie andere Kinder und insbesondere die Erwachsenen, wie diese mit all den Informationen umgehen. Sie verstehen schnell, dass die Sprache dabei eine zentrale Rolle spielt und versuchen, diese zu erlernen und einzusetzen, um sich mit Ihren Vorbildern auszutauschen. Sie möchten eine Bestätigung für ihren Lerneifer erhalten, im Idealfall ein Lob. Freut sich ein Kind, weil es toll gemalt hat, ist es für Erwachsene oft schwierig zu verstehen, dass der neue Teppich als Maluntergrund noch nicht im Lehrplan behandelt wurde. Spätestens dann gibt es durchaus klare Abweichungen in der emotionellen Auswirkung. Das Kind freut sich über sein Ergebnis, der Erwachsene tobt und die Unsicherheit entsteht. Ein Wirrwar von Worten und Emotionen.

Da es auch für Erwachsene zu
den schwierigsten Dingen gehört, Emotionen in Worte zu fassen, wollte der Initiator Roland Judex, der sich seit vielen Jahren zentral mit solchen Wechselwirkungen beschäftigt, herausfinden, wie gut die Beobachtungsgabe im Vorschulalter ausgeprägt ist und wie gut die anschließende Übersetzung in sprachlicher Form gelingt. So präsentierte er den Kindern und zwei vertrauten Betreuerinnen 12 Formen aus seiner Formensprache "Säulen der Tugend", die wie Piktogramme auf neutrale Weise Emotionen darstellen. Dabei war es nicht wichtig, ob oder was jede einzelne Form bedeutete, sondern es ging hauptsächlich um die Unterscheidbarkeit und die darauf folgende Kommunikation.

Besonders auffällig war der Wunsch der Kinder, diese 18 cm grossen Modelle in die Hand zu nehmen und alle haben sich wider Erwarten schnell auf nur ein, zwei Favouriten festgelegt. Obwohl die Formen bewusst nicht näher mit Ihren Titeln wie: Vertrauen, Einsamkeit, Neugier oder Veränderung erklärt wurden, war die intuitive Wahl der Kinder für die Betreuerinnen beeindruckend und verblüffend aussagekräftig. Als es um den Dialog und die Erklärung der Formen ging, wurde bestätigt, dass es für Kinder extrem schwer ist, das Gesehene oder Erfühlte in Worte zu fassen. Der Wunsch sich darüber hinaus mit Händen und Füßen verständlich zu machen, war auf die sympatischste Weise, wie es eben nur Kinder so gut können, klar ersichtlich. Nach diesem kleinen Versuch ist es fraglich, ob die Kommunikation entgegen der Maslowschen Bedürfnispyramide nicht zu den grundlegendsten Bedürfnissen von uns Menschen gezählt werden sollte, wie das Essen, die Atmung oder der Schlaf.


Herzlichen Dank für die Unterstützung:

Insbesondere an die Kinder: Hamida, Sadia, Benita, Ayoub, Yassine, Leandros, Jasmina und Nora sowie Ihren Eltern für die Einwilligung, der Geschäftsleitung vom Kita Zauberhut für den tollen Rahmen, den Betreuerinnen Frau Voigt und Frau.... für die Offenheit und engagierte Unterstützung, Hans-Jürgen Schmitz, "unserem" Kameramann für die allzeitige Bereitschaft und die gute Qualität und last-but-not-least meiner Frau Ingrid für den langen Arm des guten Ton's.


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